Nachhaltigkeitsstrategie_Head

nachhaltigskeitsstrategie

 

Mit unserem Ziel, die schnellste Sportmarke der Welt
zu sein, haben wir die Chance und zugleich auch die
Verpflichtung, zu gewährleisten, dass unsere Produkte
unter fairen Arbeitsbedingungen und unter Wahrung der
Menschenrechte produziert werden.

 

Seit über 20 Jahren kontrollieren wir bei PUMA im Rahmen unserer Nachhaltigkeitsstrategie die Einhaltung unseres Verhaltenskodex bei unseren Zulieferern, pflegen den regelmäßigen Dialog mit unseren Stakeholdern und die Zusammenarbeit mit Partnern und Unternehmen innerhalb der Industrie und holen regelmäßig das Urteil von Experten ein – sowohl auf Unternehmens- als auch zunehmend auf lokaler Ebene.

Die letzte umfassende Materialitätsanalyse zur Identifizierung der wichtigsten Handlungsfelder in unserer Nachhaltigkeitsstrategie haben wir 2013 durchgeführt. Die gewonnen Erkenntnisse, die nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben, sind in der nachstehenden Grafik G.1 aufgeführt. 2015 haben wir unser Augenmerk auf die UN Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte gerichtet und deshalb die Expertenorganisation Shift mit der Durchführung einer Potenzialanalyse zum Thema Menschenrechte für unsere weltweiten Standorte und unsere Beschaffungskette beauftragt. Die Aussagekraft unserer Materialitätsanalyse wurde auch im Rahmen unseres jährlichen Stakeholder-Forums „Talks at Banz“ besprochen und bestätigt.

 

Zitate_D_Gerasch_9

 

In Bezug auf die Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks haben die Ergebnisse von PUMAs Mehrheitsaktionär Kering in der 2013 und 2014 durchgeführten ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit and Loss Account, E P&L) gezeigt, auf welche Handlungsfelder wir unsere Aktivitäten künftig konzentrieren müssen.

Die Nachhaltigkeitsziele, die wir uns für 2010 bis 2015 gesetzt hatten, zeigen, dass wir in vielen Bereichen bereits Fortschritte gemacht haben, wenngleich der Weg zu einer nachhaltigen Entwicklung noch lang ist. Wir haben lediglich die ersten Schritte unternommen.

2_G1_a

Um im Einklang mit unserem „Forever Faster“-Leitbild noch schneller Fortschritte zu erzielen, haben wir zehn Zielbereiche identifiziert, die wir bis 2020 umsetzen wollen. Diese Zielbereiche sind in der Strategie „10FOR20“ zusammengefasst und decken Themen wie Menschenrechte ebenso ab wie Unternehmensführung oder Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz.

Jedem der Zielbereiche haben wir relevante Kennzahlen zugeordnet, die es
uns ermöglichen, nicht mehr nur Fabrik- Auditierungen und Durchfallquoten zu ermitteln, sondern auch vermehrt auf die Nachverfolgung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen zu achten³.

2015 war zudem ein Jahr der Veränderungen für PUMAs Nachhaltigkeitsorganisation, nicht zuletzt aufgrund der Umstrukturierung unserer Nachhaltigkeitsabteilung. Statt aus zuvor zwei Teams mit Ausrichtung auf soziale und ökologische Nachhaltigkeit besteht dieser Bereich nun aus jeweils einem Nachhaltigkeitsteam für alle Belange in der Beschaffungskette und einem Team für Nachhaltigkeit innerhalb des Unternehmens (Corporate Sustainability).

Seit über 15 Jahren ist Nachhaltigkeit ein wichtiger Wert in unserer Unternehmensstrategie und integraler Bestandteil unserer Geschäftstätigkeit. Unser Nachhaltigkeitsteam, das sich mit der Implementierung unserer Nachhaltigkeitsstrategie befasst, berichtet direkt an PUMAs Chief Operating
Officer Lars Sørensen⁴.

Governance-Struktur

Kontinuierliche Evaluierung unserer Nachhaltigkeitsaktivitäten
Unsere Nachhaltigkeitsabteilung steht im kontinuierlichen Dialog mit externen und internen Stakeholdern, zu denen auch PUMAs Geschäftsleitung zählt, die durch Berichte und direkte Gespräche regelmäßig über unsere Initiativen informiert wird. PUMAs Geschäftsführende Direktoren wiederum berichten über den Nachhaltigkeitsausschuss des Verwaltungsrats an PUMAs Mehrheitsaktionäre.

Nachhaltigkeitsausschuss des Verwaltungsrats
Das höchste Verwaltungsorgan der PUMA SE in Bezug auf Nachhaltigkeit ist der Nachhaltigkeitsausschuss der für die Festlegung und Überprüfung von PUMAs Nachhaltigkeitszielen verantwortlich ist. 2015 fand ein Treffen des Nachhaltigkeitsausschusses statt.

Aktuelle Mitglieder des Nachhaltigkeitsausschusses sind:

François-Henri Pinault
Jean-François Palus
Martin Köppel

Berichterstattung nach GRI G4
Seit unserem Nachhaltigkeitsbericht „Perspective“ im Jahr 2003 haben wir bei der Erstellung unserer Berichte auf die detaillierten und international anerkannten Leitlinien zur Nachhaltigkeitsberichterstattung der Global Reporting Initiative (GRI) zurückgegriffen.

Die Berichterstattung gemäß der „Core“-Option der GRI G4-Richtlinien ermöglicht es uns, über die Auswirkungen unserer Wirtschafts-, Umwelt-, Governance- und sozialen Aktivitäten zu berichten. Dies beinhaltet Belange und Aspekte unseres Engagements, die aus Sicht unserer wichtigsten Stakeholder für unsere Geschäftstätigkeit maßgeblich sind und auf die unsere Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet sind. Wie in den nächsten Abschnitten beschrieben, werden unsere Nachhaltigkeitsziele systematisch anhand der Empfehlungen und Hinweise unserer Stakeholder entwickelt.

 

Nachhaltigkeitsstrategie_Collage_1

Mitgliedschaften und Rankings⁵

Für uns bei PUMA ist der stetige Dialog mit unseren Stakeholdern von grundlegender Bedeutung. Er gibt uns die Möglichkeit, unser Nachhaltigkeitsprogramm zu überprüfen, uns an neue Bedingungen anzupassen und unseren Kurs entsprechend neu auszurichten. Wir erachten die kontinuierliche Evaluierung und Bewertung durch Dritte als wichtigen Indikator für unsere Strategie und unser künftiges Handeln. 2015 wurde PUMA von diesen Organisationen wie folgt bewertet:

Carbon Disclosure Project
Bewertungsgrad der Offenlegung: 98%,
Leistungskategorie: C

Dow Jones Sustainability Index (DJSI)
Beendigung der Mitgliedschaft nach acht Jahren aufgrund von PUMAs geringer Marktkapitalisierung (die nicht in Zusammenhang mit unseren Nachhaltigkeitsaktivitäten steht)

FTSE4Good
Bestätigung von PUMAs Mitgliedsstatus im zehnten Jahr in Folge

IFC Vendor Finance Program
Anerkennung unseres Compliance – Programms PUMA SAFE als Aufnahmekriterium

Institute for Public & Environmental Affairs (IPE China)
Bewertung unserer Umweltschutzaktivitäten mit Platz 17 unter 100 global agierenden Unternehmen

Oekom Research
Bestätigung des „Prime Status“

Rank a Brand
Bewertung als Branchenführer im Bereich der Nachhaltigkeit

Sustainable Apparel Coalition
Höchste Anzahl an Verbindungen zum SAC Higg Index für Europa

Verbraucher Initiative e.V.
„Silber-Status“ für unsere Nachhaltigkeitskommunikation an Verbraucher

Kritische Themen

2015 mussten wir uns einiger kritischer Vorfälle bei unseren externen Zulieferern annehmen. Wie eine Untersuchung durch die taiwanesische Regulierungsbehörde ergab, hatte eine Gerberei, die PUMA mit Leder beliefert, gegen die Abwasserverordnung des Landes verstoßen. Das Unternehmen wurde zeitweilig aus der Leather Working Group ausgeschlossen und nicht mehr als PUMA-akkreditierter Zulieferer gelistet. Mit Unterstützung der Leather Working Group verfolgen wir den Fall weiter, um sicherzustellen, dass die Verstöße umgehend behoben werden. Eine erneute Vergabe von Aufträgen an die betroffene Gerberei hängt von der Kooperationsbereitschaft des Zulieferers in Bezug auf die vereinbarten Korrekturmaßnahmen ab.

Zudem haben wir uns mit Vertretern einer NRO (Nicht-Regierungsorganisation) für Arbeitsrecht in Verbindung gesetzt, nachdem eine Fabrik in Vietnam aufgrund eines Produktionsstopps nach einem Brand zahlreiche Arbeiter entlassen hatte. Wir haben Compliance-Experten vor Ort damit beauftragt, mit Arbeitern zu sprechen, um sicherzustellen, dass Abfindungen an alle entlassenen Arbeiter gemäß vietnamesischem Recht gezahlt werden.

Nachhaltigkeitsstrategie_Collage_2

Stakeholder-Dialog⁶

PUMAs Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf der kontinuierlich weltweit eingeholten Resonanz unserer Stakeholder – also unseren Kunden und Verbrauchern, direkten und indirekten Mitarbeitern, Zulieferern, den Regulierungsstellen, NROs, internationalen Behörden, Stiftungen, dem Bildungssektor und vielen weiteren Interessensgruppen.

Banzer Gespräche 2015
Im November 2015 lud PUMA externe und interne Stakeholder zu den 12. Banzer Gesprächen (Talks at Banz) ein. Über 40 nationale und internationale Stakeholder und Nachhaltigkeitsexperten nahmen neben PUMA CEO Bjørn Gulden und PUMA COO Lars Sørensen an der Veranstaltung zum Thema „Mainstreaming Sustainability“ teil. Schwerpunkte der Gespräche, die sich in den letzten Jahren von einem kleinen Runden Tisch zu einer innovativen, zukunftsorientierten Diskussionsrunde entwickelt haben, waren in diesem Jahr die Debatte über den Klimawandel im Vorfeld der Pariser UN-Klimakonferenz sowie die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Die Teilnehmerliste ist hier zu finden.

 

Im Folgenden sind die wichtigsten Erkenntnisse der 12. Banzer Gespräche aufgeführt, die uns wertvolle und konstruktive Resonanz auf unsere Nachhaltigkeitsstrategie geliefert haben:

 

PUMA muss seine Nachhaltigkeitsaktivitäten tiefer in seine Beschaffungskette hinein auf nachstehende Beschaffungsebenen ausweiten.

Eine ambitionierte Strategie zum Einsatz von Baumwolle muss implementiert werden.

Es soll ein CO2-Einsparziel auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse entwickelt werden, um die internationalen Bestrebungen zu unterstützen, den
Klimawandel auf maximal zwei Grad einzudämmen.

 

Neben den Banzer Gesprächen veranstaltete PUMAs Nachhaltigkeitsteam acht Runde Tische für Verantwortliche von insgesamt 273 Fabriken in allen großen Beschaffungsländern weltweit, um auch regionale Stakeholder
einzubinden. Zu einigen Runden Tischen haben wir neben Vertretern der Lieferantenebene 1 und unseren Materialzulieferern auch diverse NROs und externe Fachleute eingeladen, um deren Perspektive ebenfalls zu berücksichtigen.

Mehr als je zuvor hat sich PUMA 2015 im Rahmen internationaler Treffen und Konferenzen zum Thema Nachhaltigkeit engagiert, um sich mit Branchenteilnehmern auszutauschen und Kooperationen zu fördern.
Einige der Zusammenkünfte und Konferenzen, an denen wir teilgenommen haben, sind im Folgenden aufgeführt:

 

Treffen des SAC (Sustainable Apparel Coalition) auf europäischer und auf
globaler Ebene

Vorstandssitzung und weltweite Konferenzen des ZDHC-Programms

Internationale Konferenzen von AFIRM

Vorstandssitzung der Fair Labor Association (FLA)

UN-Klimaschutzkonferenz COP21 („Train to Paris“)

Jahreskonferenz des Institutes for Public & Environmental Affairs (IPE)

Konferenz des WWF zur CO2-Bilanzierung

Versammlungen des Bündnisses für nachhaltige Textilien

Europa-Treffen des UN Global Compact

Jahreskonferenz von bluesign®

Globale Konferenz von Textile Exchange

 

Darüber hinaus haben unsere Complianceund Nachhaltigkeitsexperten 2015 an markenübergreifenden Foren und Tagungen in China, Vietnam, der Türkei und El Salvador mitgewirkt.

Nachhaltigkeitsstrategie_Collage_3

Menschenrechte⁷ 

Die UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte (UNGPs) definieren den international anerkannten Rahmen für die Aufgaben und Verantwortlichkeiten von Staaten und Unternehmen in Bezug auf die Wahrung der Menschenrechte und die Bekämpfung von Verletzungen der Menschenrechte. Seit zwei Jahrzehnten setzt sich PUMA für die Einhaltung der Menschenrechte ein – sowohl im eigenen Unternehmen als auch entlang der Beschaffungskette. 2015 haben wir unseren Ansatz erweitert und an den UNGPs ausgerichtet.

Wir haben Shift, eine der weltweit renommiertesten Expertenorganisationen zum Thema UNGPs, damit beauftragt, unsere Unternehmensrichtlinien und -prozesse für den Umgang mit Risiken in Bezug auf Menschenrechte in unseren Betrieben weltweit zu prüfen. Dies beinhaltete eine umfassende Potenzialanalyse, die Überprüfung unserer Dokumente und Prozesse im Hinblick auf die Vorgaben der UN und Empfehlungen zur besseren Umsetzung der UNGPs. Eine Zusammenfassung der Analyse ist ▶ hier zu finden. Zu den wichtigsten Maßnahmen, die bereits in PUMAs Nachhaltigkeitsstrategie Niederschlag gefunden haben, zählen:

  1. Erweiterung unseres Compliance-Programms für Sozial- und Arbeitsbedingungen über die direkten Zulieferer hinaus sowie Anwendung unserer Sorgfaltspflicht und Einführung von Beschwerdemechanismen und Lösungsprozessen in unserer gesamten Beschaffungskette.
  2. Durchführung von Risikoanalysen, auch auf den nachgeordneten, indirekten Lieferantenebenen (Hersteller von Baumwolle, Leder und anderem Rohmaterial), um etwaige Menschenrechtsverletzungen wie Kinderarbeit in der indischen Baumwollproduktion oder Zwangsarbeit in der brasilianischen Viehwirtschaft zu identifizieren.
  3. Konzentration unserer Aktivitäten auf die schwerwiegendsten Risiken für den Menschen, zum Beispiel durch Screenings in gefährdeten Regionen.
  4. Einbindung lokaler Stakeholder und unserer eigenen Mitarbeiter in Ländern mit hohem Risikopotenzial, wie Bangladesch, China oder Indien, in die Prozesse unserer Sorgfaltspflicht.
  5. Kommunikation potentieller grundlegender Menschenrechtsverstöße.
  6. Bei Abweichungen zwischen lokalen Gesetzen und international anerkannten Menschenrechtsstandards (einschließlich grundlegender Arbeitsrechtsthemen), prüfen wir die Möglichkeiten, wie internationale Vorgaben dennoch umgesetzt werden können, zum Beispiel durch die Einführung alternativer Mechanismen zur Ausübung der Versammlungsfreiheit in China oder Vietnam.

Im Rahmen unserer neuen „10FOR20“- Ziele und unserer Nachhaltigkeitsstrategie, die die Einhaltung der Menschenrechte
beinhaltet, werden wir uns näher mit diesen Empfehlungen befassen⁹.

2_G2_a

Ökologische Gewinn- und Verlustrechnung

Seit wir unsere Umweltdaten 2011 erstmals in einer ökologischen Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit and Loss Account, E P&L) ausgewiesen haben, steht das E P&LProjekt heute auf Konzernebene unter der Leitung unseres französischen Mehrheitsaktionärs Kering.

Kering hat bereits für 2013 und 2014 jeweils eine E P&L für den gesamten Konzern veröffentlicht. Unsere künftige Nachhaltigkeitsstrategie basiert auf unseren Auswertungen der E P&L auf Konzernebene und der E P&L-Ergebnisse für PUMA.

Alle drei bisherigen E P&L-Erhebungen weisen zwei wesentliche Bereiche aus, in denen unser ökologischer Fußabdruck deutlich sichtbar wird:

  1. Emissionen aus dem Energieverbrauch entlang der gesamten Beschaffungskette (und darüber hinaus, z. B. Nutzung von Textilien durch Verbraucher) und
  2. Veränderungen bei der Landnutzung, Treibhausgasemissionen und damit zusammenhängende Bereiche der Rohmaterialproduktion.

Zudem ergeben sich Möglichkeiten zur Steigerung der Ressourceneffizienz und zum Ausbau von Technologien für die Abwasserreinigung bei den wärme- und chemieintensiven Nassverfahren für Stoffe und Leder in Textilfabriken, Färbereien und Gerbereien.

Bei der Aufstellung unserer neuen Zielbereiche (siehe Neue Ziele „10FOR20“) haben wir unser Augenmerk vor diesem Hintergrund auf den nachhaltigeren Einsatz von Rohmaterialien sowie auf die Verringerung der Klimaauswirkung während des gesamten Produktlebenszyklus gerichtet.

Weitere Informationen zu Kerings E P&L finden Sie unter http://www.kering.com/en/sustainability/epl.