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Unternehmen

Unsere Umweltkennzahlen auf Unternehmensebene wurden bereits im Kapitel über unsere Ziele für 2015 erläutert. Als offizieller Partner der UN-Klimakonferenz hat PUMA Freiwillige ausgestattet, die Besucher aus aller Welt an Verkehrsknotenpunkten in Paris begrüßten. Luc Abalo, französischer Handball-Weltmeister, unterstützte die Kommunikation dieses kleinen, aber symbolischen Schritts zugunsten des Klimagipfels. Im Rahmen der „Commit to Action Campaign on the Road to Paris“ hat sich PUMA für die kommenden zwei Jahre formell zur Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Ziels für den Klimawandel verpflichtet.
Zudem haben wir öffentlich das Versprechen abgegeben, unseren CO2-Fußabdruck sowie die Zahlen zu unserem Klimawandelprojekt auch zukünftig im Rahmen unseres Finanz-Reportings auszuweisen und uns als Unternehmen der Klimapolitik anzunehmen.

Hersteller

Kerings ökologische Gewinn- und Verlustrechnung (Environmental Profit and Loss Account, E P&L) zeigt, dass unser ökologischer Fußabdruck größtenteils in der Herstellung und der Rohmaterialgewinnung entsteht. Aus diesem Grund macht PUMAs Umweltschutzprogramm auch nicht an den Unternehmensgrenzen Halt, sondern bezieht die Beschaffungskette mit ein. Bereits seit über zehn Jahren kontrollieren wir im Rahmen der Compliance-Audits bei unseren Zulieferern auch Arbeitsnormen, Aspekte der Gesundheit und Arbeitssicherheit sowie grundlegende Umweltschutzaspekte.

„Wir brauchen Marken, die Vorbilder für die Implementierung einesnachhaltigen Chemikalien- Managements in der Lieferkettesind. PUMA kann eines dieser Vorbilder sein und einenwichtigen Beitrag dazu leisten, die Standards in der Beschaffungskette schrittweise zuverbessern. Es gibt bereits engagierte Hersteller, die über Technologien und das Know-how verfügen, um die nächste Entwicklungsstufe einer nachhaltigeren Produktion zu erreichen.“

Peter Waeber, CEO, bluesign technologies

Mit der Gründung der Zero Discharge of Hazardous Chemicals Group (ZDHC) 2011 und der Formulierung eines Protokolls für Umwelt-Auditierungen in Zusammenarbeit mit der ZDHC ging PUMA noch einen Schritt weiter: 2015 haben wir unsere größten Zulieferer sowie unsere Materialzulieferer dazu verpflichtet, sich mindestens einer umfassenden Umwelt-Auditierung zu unterziehen.

Um Doppelauditierungen und Auditierungs-Ermüdung vorzubeugen, haben wir uns mit anderen Sportunternehmen zusammengeschlossen und akzeptieren nun auch die Ergebnisse der Umwelt-Auditierungen anderer ZDHC-Marken, der Leather Working Group (LWG) oder von bluesign®.

Mit diesen Kooperationen hat PUMA die Führungsrolle übernommen und Umwelt-Auditierungen bei zwölf großen Materialzulieferern weltweit durchgeführt: vier Fabriken in China, drei in Taiwan, drei in Bangladesch und jeweils eine in der Türkei und in Guatemala. Darunter befinden sich Strickfabriken, Färbereien, Gerbereien und Kunstlederhersteller sowie Zulieferer von Reißverschlüssen, Golfzubehör und Bekleidung. Diese Fabriken wurden von PUMAs Kontrolleuren bzw. vom globalen Auditunternehmen ITS auditiert. In den PUMA-Produktsegmenten wurden fünf Fabriken für Textilien, drei für Schuhe, drei für Accessoires und eine für COBRA PUMA GOLF-Zubehör auditiert.

Die Ergebnisse dieser Kontrollen zeigen deutlich, dass der Großteil der auditierten Materialzulieferer noch einen langen Weg bis zur Erfüllung des Protokolls für Umwelt-Auditierungen der ZDHC (Version 2.0) beschreiten muss. Bei einigen Herstellern mangelt es sogar an der Einhaltung ganz grundlegender Anforderungen.

Seit den Auditierungen haben alle Zulieferer bereits eine zweistellige Anzahl an Korrekturmaßnahmen durchgeführt. Unsere großen Materialzulieferer werden wir auch weiterhin auf die Einhaltung von Umwelt- und sozialen Vorgaben kontrollieren.

Bei unseren 33 größten, Nassverfahren anwendenden Zulieferern, haben wir als Ergänzung unserer Umwelt-Auditierungen in Kooperation mit anderen Branchenakteuren Abwasserkontrollen durchgeführt. Die einzelnen Ergebnisse wurden auf der Website des chinesischen Institute of Public and Environmental Affairs (IPE) unter www.ipe.org.cn/gzhj_form/index_3.aspx?id=363year=2015 veröffentlicht.

Mit dem Ziel, die gemeinsame Ausrichtung unserer Branche im Rahmen der Sustainable Apparel Coalition (SAC) weiter zu unterstützen, haben wir 2015 bei mehr als 100 großen PUMA-Zulieferern das Higg Index Environmental
Facilities Module der SAC eingeführt. Nach der Durchführung einer vergleichbaren Maßnahme bei 77 Zulieferern – vorrangig Unternehmen der Lieferantenebene 1 entlang unserer Beschaffungskette – weiten wir den SAC Higg Index damit insbesondere auf unsere Materialzulieferer aus.

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Wir sind zuversichtlich, dass der SAC Higg Index im Rahmen der Ausweitung ab 2016 auch Umwelt-Auditierungen umfassen und die Ermittlung detaillierter Umweltkennzahlen auf Zuliefererebene ermöglichen wird. Bis dahin weisen wir weiterhin die PUMAspezifischen Umweltkennzahlen unserer größten Zulieferer aus. Diese sind in der Tabelle T. 10 aufgeführt:

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2015 konnten wir alle Umweltkennzahlen im Vergleich zum Vorjahr erheblich reduzieren (siehe Tabelle T.10).

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Unsere Zielvorgabe, diese Kennzahlen von 2011 bis 2015 um 25% zu senken, haben wir in Bezug auf den Wasserverbrauch in allen drei Produktsegmenten erfüllt. In den Segmenten Accessoires und Schuhe konnten wir zudem unser Abfallvolumen wie geplant reduzieren; lediglich im Segment Textilien stieg es in dem Zeitraum. Das Ziel der Senkung unseres Energieverbrauchs haben wir nur bei Accessoires erreicht; bei Textilien und Schuhen blieb der Energieverbrauch pro Paar bzw. Stück relativ konstant, wodurch wir unser Ziel verfehlten.

Erfreulich ist, dass die CO2-Emissionen pro Stück bzw. Paar in allen drei Produktsegmenten reduziert werden konnten, wenn auch nur um 3% bis 9%.

 

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Das Projekt SAVE für mehr Effizienz bei unseren Zulieferern

Ende 2015 haben wir unser umfassendes SAVE-Projekt zur Unterstützung der Ressourceneffizienz abgeschlossen. 35 der größten Zulieferer von PUMA und H&M in Bangladesch, Kambodscha, China und Indonesien haben an intensiven Schulungen teilgenommen, wurden umfangreich vor Ort geprüft und erhielten eine Liste von wirtschaftlich tragbaren Maßnahmen zur Ressourceneffizienz von Energie und Wasser, sowie zur Abfallvermeidung.

Insgesamt konnten 321 potentielle Maßnahmen identifiziert werden, 222 davon mit einer durchschnittlichen Amortisationszeit von zwei Jahren und einem Einsparpotenzial von über fünf Millionen US-Dollar.
Wir werden die am SAVE-Projekt teilnehmenden Zulieferer auch zukünftig bei der Realisierung dieser Einsparungen unterstützen und sie anhalten, als Multiplikatoren tätig zu werden und ihre positiven Erfahrungen mit anderen zu teilen.

Materialien

2015 hat PUMA seine Rohmaterialstrategie wesentlichen Änderungen unterzogen. Während wir im branchenweiten Benchmark-Bericht von Textile Exchange 2015 weiterhin als zehntgrößter Verbraucher von Biobaumwolle und als fünftgrößter Nutzer von recyceltem Polyester geführt wurden, sahen wir uns aufgrund der Preissteigerung für diese Materialien und aufgrund der gesunkenen Ertragskraft unseres Unternehmens gezwungen, kosteneffizientere Lösungen für nachhaltigeres Rohmaterial zu finden. Wir sind nach wie vor der Überzeugung, dass man nur dann langfristig umweltschonende Effekte erzielt, wenn man nachhaltigeres Rohmaterial im großen Rahmen anstatt nur für Nischenkollektionen einsetzt. Aus dieser Überzeugung heraus haben wir den Entschluss gefasst, für unsere Bekleidung und Accessoires vorrangig von bluesign® zertifizierte technische Textilien sowie Baumwolle der Better Cotton Initiative (BCI) zu verwenden.
Leder aus Gerbereien mit Zertifizierung der Leather Working Group und Papier und Kartonagen mit Siegel des Forest Stewardship Council runden die Liste kosteneffizienter nachhaltigerer Rohmaterialien ab.

Um unsere neue Rohmaterialstrategie in die Praxis umzusetzen, haben wir sichergestellt, dass unser neuer Standardschuhkarton zu 100% FSC®-zertifiziert ist. Er wurde für über 70% aller 2015 verkauften Schuhkartons verwendet – mit steigender Tendenz für 2016.

Über 90% des 2015 verarbeiteten Leders stammte aus Gerbereien, die über eine Zertifizierung der Leather Working Group verfügen.

2015 haben wir zudem unsere Kooperation mit bluesign® ausgebaut: 15% des Polyesters für unsere Bekleidung und 20% des Polyesters für unsere Accessoires verfügen nun über eine bluesign®-Zertifizierung.

Auch Biobaumwolle haben wir 2015 verarbeitet, mit 3% jedoch in wesentlich geringerem Umfang als in den Vorjahren. Zudem haben wir uns auf die Mitgliedschaft in der Better Cotton Initiative (BCI) vorbereitet, die offiziell am 1. Januar 2016 beginnt. Wir beabsichtigen, ab dem kommenden Jahr bis zu 20% BCI-Baumwolle in unseren Baumwollprodukten zu verwenden.

„Unsere Arbeit mitPartnern wie PUMA zielt
auf die Reduzierung vonPestiziden und ihrer
Toxizität bei der Produktionvon Baumwolle ab sowie darauf,
Wasser besser zu nutzen, dadurch die Erträge und
somit auch Lebensgrundlagen zu verbessern. All das dient einem
grundsätzlichen Ziel, nämlich Mainstream zu werden.“

Alan McClay, CEO, Better Cotton Initiative

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