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PUMAs Verhaltenskodex (Code of Conduct, CoC) legt seit 1993 die Mindeststandards fest, an die sich unsere Partner in der Beschaffungskette halten müssen. Er wird bei allen unseren Direktzulieferern ausgehängtund ist wesentlicher Bestandteil unserer Beschaffungsverträge.

Als über zehnjähriges Mitglied der Fair Labor Association haben wir uns verpflichtet, 100% unserer Fabriken der Lieferantenebene 1 (Tier 1) regelmäßig im Hinblick auf Sozialstandards, allgemeine Umweltstandards sowie auf Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu auditieren. In den letzten Jahren haben wir dabei nicht zwischen Auftragsvolumen, Risikostatus des Landes oder Prozessen der Zulieferer unterschieden. Diese Vorgehensweise bringt eine jährliche Anzahl von über 300 Auditierungen mit sich – insgesamt mehr als 5.000 seit Programmbeginn 1999. Viele unserer Zulieferer der Lieferantenebene 1 wurden dafür in den letzten zehn Jahren über fünf Mal von PUMA geprüft; die Einhaltung von Sozialstandards wurde jedoch nur bei einigen wenigen Subunternehmern oder Teile- bzw. Materialzulieferern dieser Unternehmen kontrolliert. Dieselben Tier-1-Zulieferer werden außerdem regelmäßig von bzw. im Auftrag von anderen Marken auditiert, während die unteren Lieferantenebenen der Beschaffungskette größtenteils noch nie auf die Umsetzung sozialer Vorgaben hin geprüft wurden. Die Tatsache, dass unsere Auditierungen stets zu denselben Ergebnissen bei den jeweiligen Fabriken führen, zeigt, dass Probleme trotz mehrfacher Überprüfungen auch im Auftrag anderer Marken nicht effizient angegangen werden.

Daraus schließen wir, dass unser Auditierungsprogramm allein nicht die gewünschten Resultate liefert und es neben intensiver Nachprüfungen der in den Auditierungsberichten festgehaltenen Korrekturen eines umfassenden Paradigmenwechsels bedarf.

Für Experten auf dem Gebiet der Social Compliance ist das Thema nicht neu und diverse Organisationen und Unternehmen haben bereits versucht, die Probleme an ihrer Wurzel anzugehen.

Für die Zukunft haben wir uns daher folgende Ziele gesetzt:

1) Fokus unseres Social-Compliance-Programms mit eng getakteten Nachprüfungen auf diejenigen Zulieferer, die für 80% unseres Liefervolumens verantwortlich sind. Damit streichen wir die Auditierungen bei vielen Fabriken mit geringen PUMA Auftragsvolumina sowie bei Lizenznehmern, bei denen wir keinen wesentlichen Einfluss auf die Umsetzung von Verbesserungen haben. Diese Fabriken werden auch weiterhin externen Kontrollen unterzogen, die im Idealfall von mehreren Marken durchgeführt werden. Zudem werden dadurch Kapazitäten eigener Mitarbeiter frei, die wir dann für die Unterstützung der Fabriken einsetzen können, die uns den Großteil unserer Produkte liefern.

2) Erweiterung unseres Programms für die Kontrolle von Sozial- und Arbeitsbedingungen über die Lieferantenebene 1 hinaus, um alle großen Teile- und Materialzulieferer mit einzubeziehen. Dadurch vermeiden wir, dass direkte Vertragspartner zu häufig und ihre Zulieferer praktisch nie auf diesem Gebiet auditiert werden.

3) Fokus auf die Messung und das anschließende Management relevanter und messbarer Kennzahlen wie die Fluktuationsraten bei Mitarbeitern, die durchschnittliche Anzahl an Überstunden, die durchschnittliche Vergütung im Vergleich zum Mindestlohn.

4) Ausbau der markenübergreifenden Zusammenarbeit mit Unterstützung von
Organisationen wie der Sustainable Apparel Coalition, der Fair Labor Association und dem Better Work Program der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Dazu zählen die Weitergabe von Erkenntnissen aus Erst- und Nachprüfungen genauso wie gemeinsame Projekte zum Kapazitätsaufbau und eventuell sogar die Verlagerung von Auditierungen einzelner Marken hin zu einem zentralen, branchenweiten Ansatz.

Statistik zu den Auditierungen im Geschäftsjahr 2015

2015 führte PUMA insgesamt 384 Audits in 332 Fabriken durch. Um korrektive Maßnahmen effektiver umsetzen zu können, wurden einige der Zulieferer mehrfach kontrolliert. Bis Ende 2015 wurden über 95% unserer aktiven Zulieferer gemäß des Systems des Fair Factories Clearinghouse auditiert. Die verbleibenden Zulieferer wurden 2014 mit A bewertet und erneute Kontrollen sind erst wieder für 2016 geplant. Um einer Audit-Übermüdung vorzubeugen, haben sich 21 PUMA-Fabriken dem Better Work Program der ILO angeschlossen; daher wurden sie nicht von PUMA auditiert. Aufgrund der Nichteinhaltung unserer Standards wurden bis Jahresende die Vertragsverhältnisse zwischen PUMA und 34 Fabriken aufgehoben.
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Lösung von Mitarbeiterbeschwerden
PUMA bietet den Mitarbeitern seiner Produktionspartner diverse Beschwerdemechanismen an. Unser Verhaltenskodex hängt bei allen Zulieferern der Lieferantenebene 1 weltweit aus. Auf diesen Plakaten sind auch die E-Mail-Adressen und Telefonnummern der Mitglieder unseres Compliance-Teams aufgeführt, die jedes Jahr über 100 Beschwerden von Arbeitern annehmen und bearbeiten. In China können Beschwerden zudem im sozialen Netzwerk QQ vorgebracht werden. Alle anderen Arbeiter können für diesen Zweck SMS und das externe Beschwerdemanagement der Fair Labor Association, zu deren Mitgliedern PUMA gehört, nutzen.

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Beschwerden zu Löhnen, allgemeinen Aspekten der Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz, Arbeitszeiten sowie Sonderleistungen kamen am häufigsten vor. 150 Beschwerden aus 51 Fabriken entlang der Beschaffungskette haben uns 2015 erreicht. Die Aufklärungsrate stieg gegenüber 2014 um 10,3% auf 98,7%. In EMEA, Indien und Bangladesch sowie in Amerika wurden jeweils 100% erreicht, gefolgt von China mit 99,3% und Indonesien, Malaysia und Südkorea mit jeweils 50%. 2015 lag die Aufklärungsquote für die Kategorien „Zero Tolerance“ und „Critical Issues“ bei 100%.

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Für 2015 berichten wir erstmals über die Ergebnisse unserer Befragung zu den Sozialkennzahlen bei unseren größten Zulieferern. Die erste Befragung haben wir auf 16 unserer chinesischen Zulieferer mit den jeweils größten Liefermengen pro Kategorie beschränkt. Ab dem kommenden Jahr werden wir auch die Daten für andere große Zuliefererregionen ausweisen.

Unsere Aktivitäten im Rahmen von Better Work
Das  Better Work Programm wurde von der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und der International Finance Corporation (IFC) mit dem Ziel gegründet, einer Audit-Ermüdung der Zulieferer vorzubeugen und die Zusammenarbeit bei der Implementierung von Standards unter verschiedenen Kunden einer Fabrik zu fördern.

Better Work ist derzeit in acht Beschaffungsländern aktiv, von denen vier – Vietnam, Bangladesch, Kambodscha und Indonesien – zu PUMAs großen Zuliefermärkten zählen.

2015 hat PUMA 21 Fabriken in das Better Work-Programm eingebracht. Dabei handelte es sich vornehmlich um Bekleidungsproduzenten in Kambodscha, wo die Mitgliedschaft bei Better Work für die Branche vorgeschrieben ist, aber auch um Zulieferer für Bekleidung und Accessoires in Vietnam.

Wir beabsichtigen, ab 2016 alle unsere Zulieferer in Kambodscha ungeachtet des Produktsegments, in dem sie für uns tätig sind, dazu anzuhalten, dem Programm beizutreten. Zudem planen wir die Ausweitung der Abdeckung von Better Work in den aktuellen Mitgliedsländern, um gemeinsame Audits und die gemeinsame Lösung von Problemen gemäß unserer neuen Compliance-Strategie zu fördern.

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Lieferantenfinanzierungsprogramm
2015 wurde unser Compliance-Programm PUMA SAFE auch formell vom Lieferantenfinanzierungsprogramm angenommen. Als Anreiz für die Einhaltung von Compliance- und Nachhaltigkeitsstandards bietet die IFC Zulieferern der Kategorie SAFE A bzw. SAFE B+ attraktive Finanzierungskonditionen.